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Archiv Rock und Revolte
Westberliner Bandseite
 

The Randoms
Jack N. Mohr erinnert sich

Die Berliner Beatband “The Randoms” entstand 1965 in Berlin-Zehlendorf aufgrund einer gemeinsamen Idee von Michael Baruschke, Christian Jacoby und Jack N. Mohr. Zwei weitere langjährige Freunde, Karsten Kuhn und Christian Krause traten bei. Alle waren zu der Zeit zwischen 19 und 21 Jahre alt. Nach und nach wurden Instrumente, gebrauchte Mikrophone und Verstärker und Lautsprecher angeschafft, das Schlagzeug wurde gemeinsam finanziert.


The Randoms  1967 im Jfh. Brettnacher Str. beim Bandwettbewerb
 

Die Startformation von 1965/66  

Christian Jacoby (vocals)

Karsten Kuhn (guitar, vocals)

Jack N. Mohr (guitar)

Michael Baruschke (bass)

Christian Krause (drums)

Anfangs wurde zuhause geprobt, doch bald hatten wir das Glück, dass uns die Ernst-Moritz-Arndt-Gemeinde am U-Bahnhof Onkel-Toms-Hütte für unsere Proben zweimal wöchentlich einen großen Kellerraum im Gemeindezentrum zur Verfügung stellte. Als Gegenleistung mussten wir bei deren Jugendfeten gratis spielen. Eine weitere Band, deren Mitglieder alle um etliches jünger waren als wir, die “Lazy Bones”, nutzten diesen Raum ebenfalls.

Der erste öffentliche Auftritt der "Randoms" fand am 30. Juni 1966 in demselben Gemeindezentrum zu deren Sommerfest statt.

Gespielt wurden Cover-Versionen von den Rolling Stones, The Searchers, Manfred Mann, The Hollies, Jimi Hendrix, The Animals, The Troggs etc. Später kamen auch einige Soul-Stücke dazu.

Kurz danach zog Christian Krause, der bereits verheiratet war, aus Berufsgründen aus Berlin fort. Matthias Kuhn, Karstens jüngerer Bruder, übernahm das Schlagzeug. Er hatte vorher bereits bei den "Lazy Bones” Schlagzeug gespielt.

Irgendwann in der zweiten Jahreshälfte 1966 hörte ich, Jack N. Mohr, als Musiker auf und betreute, managte die Band fortan. Als Ersatz holte ich Bodo Dretzke von der  "The Spitfires" an Bord, den ich während meines Hochschulpraktikums bei SEL kennengelernt hatte.

Die Besetzung im Dezember 1966

Christian Jacoby (vocals)
Karsten Kuhn (guitar, organ, vocals)
Bodo Dretzke (guitar, vocals)
Michael Baruschke (bass)
Matthias Kuhn (drums)



Auftritt im Dezember 1966

Der nächste Personalwechsel erfolgte ca. im Februar 1967, da Matthias wegen seiner Ausbildung für einige Zeit nach Kanada ging und Michael nach Westdeutschland. Während eines Auftritts der “Mahwk” erzählte ich deren Sänger “Wuffi” (Wolf-Dietrich Peters), dass wir einen Schlagzeuger suchten.  Er hatte eine Empfehlung, da sich gerade eine andere Band aufgelöst hatte. Wir müssten aber seinen Freund, einen Gitarristen, dann auch übernehmen, da beide weiterhin zusammen spielen wollten.

Wir trafen uns mit beiden und kamen bestens klar mit ihnen. Dies ergab die erfolgreichste Besetzung und beste Phase der “Randoms”.

Die Besetzung Anfang 1967

Christian Jacoby (vocals)
Karsten Kuhn (guitar, organ, vocals)
Bodo Dretzke (bass, guitar, vocals)
“Kaatschi” Klaus-Peter Buch (guitar, vocals)
“Klepi” Klaus Kaepernik (drums)



The Randoms, Sommerfest im Juni 1967 in der Ernst-Moritz-Arndt-Kirche

Irgendwann waren wir auch endlich in Lage, uns einen zuverlässigen VW-Transporter als Bandfahrzeug zu leisten. (Der erste Anlauf mit einem VW-Transporter war der totale Reinfall: schon auf der Überführung von Westdeutschland nach Berlin hatten wir einen Motorschaden. Wie wir dann feststellten war eine neue TÜV-Plakette auch außer Frage. Das Fahrzeug war nur noch für den Schrottplatz gut.) “Karatschis” jüngerer Bruder und dessen Freund (“Kimmel” oder “Kimmi”?) begleiteten uns als “Roadies” und halfen überall beim Auf- und Abbau der Anlage.

Im Oktober 1967 wurden die “Randoms” Gewinner eines Bandwettbewerbs im Jugendfreizeitheim Brettnacher Straße. Neun Bands aus Berlin nahmen teil, die Reihenfolge des Auftritts wurde gelost: wir waren die letzten, erst gegen 23 Uhr. Wir waren gut vorbereitet und spielten neue Stücke, die in Berlin noch weitgehend unbekannt waren (Ich hatte von meinem Sommer in Kalifornien viele Platten mitgebracht, u.a. von den “Doors”). Dies zusammen mit dem Hit “Summertime” in der sehr komplizierten Version von Billy Stewart (meines Wissens wagte sich keine andere Band in Berlin an dieses Stück) brachte uns den Sieg. Danach bekamen wir reichlich Auftrittsangebote und spielten in der Folgezeit mindestens ein- manchmal sogar öfter pro Woche.

Fotos vom Bandwettbewerb 1967


“Kaatschi”, Christian Jacoby, Karsten Kuhn, Bodo Dretzke, “Klepi” (verdeckt) (v.l.n.r.)


“Kaatschi”, Christian Jacoby, Karsten Kuhn (verdeckt),
Bodo Dretzke, “Klepi” (verdeckt) (v.l.n.r.)


“Kaatschi”, Christian Jacoby, Karsten Kuhn und Bodo Dretzke (verdeckt) (v.l.n.r.)


1968 gab es Konflikte innerhalb der Gruppe wegen der musikalischen Richtung, Christian wollte mehr Funk und Soul, was aber nicht von allen unterstützt wurde. Es gab noch eine Umstellung: “Klepi” wechselte vom Schlagzeug zur Orgel, ein neuer Schlagzeuger sowie ein Saxophonist  — beide von einer anderen, gerade aufgelösten Band — probten noch ein paar mal mit den “Randoms”. Bodo war dann wohl nicht mehr dabei. Obwohl die Qualität gut war, fehlte wohl der freundschaftliche Zusammenhalt und die “Randoms” lösten sich auf.


Spielorte (wahrscheinlich unvollständig):

  • Ernst-Moritz-Arndt-Kirchengemeinde
    (mehrfach, u.a. am 30. Juni 1966 und im Juni 1967)

  • Jochen-Klepper-Heim in Berlin-Nikolasse
    (Herbst /Winter 1967/68)

  • Jugendfreizeitheim Wannsee, Königstr. 42
    (Winter 1967/68)

  • Jugendfreizeitheim Brettnacher Straße
    (Oktober 1967, Sieger des Bandwettbewerbs; danach weitere Auftritte)

  • Jfh Teltower Damm
    (Herbst 1967)

  • Jugendhof Schlachtensee
    (September bis Dezember 1967 regelmäßig alle 2 Wochen)

  • Private Veranstaltung in Berlin-Nikolassee
    (Herbst 1966)

  • Jugendfreizeitheim “Weiße Rose” in Berlin-Schöneberg
    (Herbst 1967)

  • Ev. Markus-Kirchengemeinde
    (Herbst 1967, zus. mit “The Inspirations”?)

  • Jugendfreizeitheim Berlin-Tempelhof
    (Herbst 1967, Begleitband für den Senatswettbewerb “Junge Talente”)

 

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