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Archiv Rock und Revolte
Jugendfreizeitheim Jungfernheideweg 77
in Berlin-Siemenstadt

 


Eingang zum Jugendfreizeitheim Jungfernheideweg 77
HEUTE: Chip77, Einrichtung des freien Trägers
Sozial-kulturelle Netzwerke casa e. V.

In den 50er Jahren wurde am Jungfernheideweg 76-79 das die Gebäude des heutigen Carl-Friedrich-von Siemens-Gymnasiums, damals Oberschule wissenschaftlicher Zweig (WZ) und Oberschule technischer Zweig (TZ), sowie eine Kita, ein Hausmeistergebäude und das Jugendfreizeitheim (JFH) errichtet.

Das JFH hatte damals die gleichen Öffnungstage wie heute (Montag bis Freitag). Das lag daran, dass die gegenüberliegenden Schulen im Schulversuch  als Ganztagsschule mit 5-Tage-Woche organisiert waren. Eine absolute Ausnahme im damaligen Westberlin. Das JFH war in den 60er Jahren der exklusive Treff- und Aufenthaltsort der Schuljugend aus Siemensstadt.

Als nun Anfang der 60er Jahre durch Skiffle Rock- und Beatmusik langsam ihre Verbreitung fanden, bot sich das JFH als Übungs- und Auftrittsort für Jugendliche an, die sich zu einer Band formieren wollten.

Das Chip77 setzt offensichtlich diese gute Tradition heute fort.


Noch heute findet regelmäßig Schlagzeug- und Gitarrenunterricht statt.
Bands dürfen auch außerhalb der Öffnungszeit proben und die vorhandene Technik nutzen.

In diesem Raum probten bereits ab 1963 diverse Bands. So auch die die Bumble Bees (heute: The Teach Toys), die als Skiffle Group begonnen hatten. Alle Bandmitglieder gingen damals auf das  Carl-Friedrich-von Siemens-Gymnasium. Die Bumble Bees  waren 1965/65 so etwas wie die Hausband, die fast jeden Freitagabend zwischen 18.00 Uhr und 21.30 Uhr zum Tanz spielte.

Veranstaltungsraum für "Beatabende" war damals dieser:

1966 hatte der Herausgeber des Rockarchivs auch die Möglichkeit mit "seiner" Band, die sich "The Spirit Four" nannte, dort aufzutreten:


The Spirit Four, das waren von links nach rechts: Hellmut Nitschke (bass - vocal), Christian Benecke (drums - vocal), Peter Burkhard (leadguitar - vocal), Karl-Heinz Schubert (guitar -vocal)

Die Collage an der Rückwand zeigt mit zwei Scherenschnitten, den Schüler des Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasiums, Ulrich Wegener, der an den "Beatabenden" als Diskjockey fungierte.

"The Spirit Four" bestanden 1966 nur ein knappes halbes Jahr. Sie versuchten sich als Beatles-Coverband und liefen bald wieder auseinander, denn Hellmut, Christian und Peter waren in der 13. Klasse und mussten ihr Abi bestehen, während sich Karl-Heinz in die beginnende Studentenbewegung einklinkte.

Mitte der 70er Jahre versuchten die vier noch einmal musikalisch zusammenzukommen, doch dann verliefen sich Spuren.

Heute macht Karl-Heinz noch ab und an hobbymäßig Musik.

Quelle der Fotos: Chip77 und K.H. Schuberts Privatsammlung

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